Rotary & ArcheMed
Das "Projekt Eritrea" wurde 2005 vom Rotary Club Linz Altstadt initiiert und wird in Kooperation mit dem Hammer Forum abgewickelt. Die medizinischen Einsätze, die derzeit zweimal jährlich stattfinden, werden von den Rotariern im Rahmen ihres Sozialprojektes finanziert.
Rotary Club Linz Altstadt
Rotary ist eine Organisation von Angehörigen aller Berufe, die sich weltweit vereinigt haben um humanitäre Dienste zu leisten und sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. Rotary wurde 1905 von dem Rechtsanwalt Paul Harris gegründet. Es ist der weltweit älteste Club, in dem sich Frauen und Männer für wohltätige Zwecke und zur Förderung von Freundschaft und gutem Willen treffen.
Rotarys Motto lautet: "Service above Self" – Selbstloses Dienen. In diesem Motto findet der humanitäre Geist seinen Ausdruck, der die 1,2 Millionen Mitglieder in über 30.000
Clubs weltweit inspiriert. Die Freundschaft untereinander und die Zusammenarbeit auf lokaler und internationaler Ebene prägen die rotarische Clubkultur. Zuwendungen für Humanitäre und Bildungsprogramme ermöglichen es internationale Serviceprojekte zu unterstützen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt im persönlichen Engagement.
Wie es in Eritrea begann
Dr. med. Peter Schwidtal, Soest (D),
Vorsitzender von ARCHEMED – Ärzte für Kinder in Not e.V.
Im Frühjahr 1995 fuhr ich als Mitglied des Hammer Forums e.V. das erste Mal nach Eritrea, um einen Eindruck von der medizinischen Versorgungslage für Kinder in Eritrea zu gewinnen. Anfangs flogen wir Kinder nach Deutschland zur Operation aus, im Herbst 1995 waren aber bereits Orthopäden und Augenchirurgen mit im Team, um Kindern vor Ort zu helfen.
Zusammen mit dem Chefarzt des Deutschen Kinderherzzentrums in St. Augustin, Dr. Andreas Urban, haben wir dann im Jahr 2000 die Frage evaluiert, ob herzkranke Kinder nicht auch vor Ort operiert werden könnten. Vom Gesundheits-Minister des Landes kam das Angebot, hierfür ein eigenes OP-Zentrum zu eröffnen und er stellte eine 100 Jahre alte Spitalsbaracke des ehemaligen Ospedale Nuovo zur Verfügung. Nach einer intensiven Renovierung und Installierung dreier Operationssäle auf europäischem Niveau wurde im April 2002 unser „IOCCA“, das International Operation Centre for Children in Asmara, eröffnet.
Dieser von Dr. Urban eingeschlagene Weg war richtungsweisend und in rascher Reihenfolge kamen Chirurgen aller anderen Fächer nach Eritrea, ein Klumpfußprogramm wurde eingerichtet. Seit 2005 sind die österreichischen Kinderurologen mit im „Boot“. Insgesamt werden derzeit 800 Kinder pro Jahr im IOCCA operiert.
2003 wurde mit dem Aufbau einer Neugeborenen-Intensivstation begonnen, denn 95% der Frühgeborenen verstarben – heute sind es nur noch 10%.
2005 eröffneten wir die große Geburtsklinik der Hauptstadt mit Kaiserschnitt-OP und zwei großen Stationen, 9000 Frauen entbinden hier pro Jahr.
2008 konnte das neue Zentrum für Brandverletzte eingeweiht werden.
2010 haben bisherige „Weggefährten“ und ich dann den Verein „ARCHEMED“ gegründet, eine Umstrukturierung war notwendig geworden. Wir betreiben die alten erfolgreichen Projekte weiter, entwickeln aber gleichzeitig neue. Das ambitionierteste Vorhaben ist der Aufbau eines Geburts- und Neugeborenenzentrums in Keren, der zweitgrößten Stadt Eritreas, denn auch hier ist die Rate der Säuglings- und Müttersterblichkeit hoch.
Wichtig für die Zukunft ist die Ausbildung eritreischer Medizinstudenten, und so wurde am 17. Oktober 2011 durch unsere Vermittlung ein Ausbildungsabkommen zwischen der größten deutschen Universitätsklinik, der Charité in Berlin, und dem eritreischen Erziehungs-Minister geschlossen.
Es gibt noch viel zu tun.
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