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Was bisher geschah
Termine 2010
Bericht Einsatz 11 - Oktober 2010: 8. – 15. Oktober 201056 Kinder wurden operiert 254 Kinder untersucht bzw. behandelt 3 Kinder wurden zur Operation nach Linz gebracht Wie immer problemloser Flug mit Lufthansa (Danke für den kostenlosen Transport des Übergepäcks) von Linz über Frankfurt nach Jeddah (Saudi Arabien) und von dort nach Asmara. Abflug in Linz um 5 Uhr, Ankunft in Asmara um 23 Uhr. Das wieder erhältliche, nach alter italienischer Tradition gebraute Bier schmeckte uns im Hotel zur Begrüßung wie immer und nach einer kurzen Nachtruhe begann am Samstag der erste Arbeitstag im „IOCCA“ – im "Internationalen Operation Center for Children in Asmara“. Das Team hat sich vergrößert, mit dabei wiederum ein dritter chirurgisch tätiger Kinderurologe, dazu eine diplomierte Anästhesieschwester, da ja in 3 OP-Sälen operiert werden soll sowie auch eine dritte Diplom-Kinderkrankenschwester - zur Pflege der Kinder nach den Operation. Da Fortbildung der einheimischen Ärzte ein wesentlicher Punkt unseres Projektes ist, sind diesmal Prof. Dr. Michael Riccabona, Kinderradiologe an der Universitätsklinik Graz und Ing. Helmut Brandl von GE Healthcare mit in Asmara, um einen einwöchigen Kinder-Ultraschallkurs für eritreische Ärzte abzuhalten. Von den einheimischen Mitarbeitern freudig und herzlich begrüßt stellten wir fest, dass uns an die einhundert Familien mit ihren Kindern erwarteten (weitere hundert sollten dann noch im Laufe der Woche folgen). Wie immer war es für Kinderurologen und Anästhesisten nicht leicht und teils bis zur Belastbarkeitsgrenze gehend, ohne hochtechnische europäische Medizin in kurzer Zeit klinisch zu entscheiden, welches Kind im Rahmen des diesmaligen Aufenthaltes operiert werden kann und muss. Die anderen Möglichkeiten der Behandlung sind Zuwarten oder das Kind auf Grund der Schwere der Erkrankung nach Linz bringen. Andere Teammitglieder bereiteten zwischenzeitig alles dahingehend vor, dass ab nächsten Tag ein volles Operationsprogramm auf höchstem medizinischem Niveau in 3 Operationssälen abgearbeitet werden kann. Der Container mit unseren Hilfsgütern aus Österreich - seit Juni per LKW und Schiff unterwegs – ist glücklicherweise schon angekommen (denn: „Was Du nicht mit hast, kannst Du vor Ort nicht besorgen“), daher gab es hier mit unserer Ausrüstung keine Probleme; auch all die mitgebrachten Care Pakete konnten im Laufe der Woche dann ihrer vorgesehen Bestimmung zugeführt werden. Ein wesentlicher Punkt unserer Tätigkeit vor Ort ist die Nachhaltigkeit sowohl in der Fortbildung der einheimischen Mitarbeiter als auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung der operierten Kinder, so dass neben der medizinischen "Routinearbeit" auch diesem Punkt Rechnung zu tragen ist; das bedeutet für unsere Anästhesisten individuelle Schulung nicht nur der Mitarbeiter im IOCCA, sondern auch von Medizinstudenten und "nurse anesthetists". Dr. Kibreab, ein junger einheimischer Arzt in Ausbildung zum Kinderchirurgen, der nach Ende seiner Facharztausbildung den Bereich "Kinderchirurgie" im Orotta Hospital übernehmen soll, konnte wiederum in dieser Woche bei kinderurologischen Eingriffen assistieren und unter Anleitung von Dr. Riccabona einfachere Operationen selbst durchführen. Hinsichtlich Narkosetechnik, Narkoseüberwachung und Operationsinstrumente sind wir nun dank neuer mitgebrachter Geräte ebenfalls auf europäischem Niveau. Da die Laborergebnisse des Labors vor Ort oft sehr zweifelhaft waren, sind wir durch die Anschaffung eines eigenen Blutanalysegerätes (ReflotronR) nun in der Erstellung unserer Blutanalysen autark und erhalten glaubhafte Werte. Verbessert wurde die Betreuung der operierten Kinder. Drei Kinderkrankenschwestern sind mittlerweile Teil des Teams, um die Pflege nach der Operation durchzuführen und die Eltern auch entsprechend zu schulen; da es auf der Station keine Pflegeleistungen durch einheimisches Personal wie in westlichen Krankenhäusern gibt, müssen die Eltern die Kinder pflegen, verbinden, waschen, für deren Ernährung sorgen und auch die Bettwäsche zur Verfügung stellen. Seit Beginn unserer Arbeit in Eritrea stellen wir daher jedem operierten Kind in altersorientiert sortierten Paketen die notwendigen Utensilien (Hygieneartikel, Einmalwindeln und Betteinlagen, Körperpflegemittel, Textilwaschmittel, Pyjamas und Kleidung, dazu Spielsachen, Schreib- und Malunterlagen) zur Verfügung. Dazu erhalten die Eltern auch eine bebilderte, in Englisch und Tigrinnisch gehaltene Pflegeanleitung für die verschiedenen Operationen. Organisatorisch haben wir die Dokumentation des Krankheitsverlaufes jetzt um das Optiplan System (standardisierte Visiten-Mappen) erweitert, sodass wir auch hier auf westlichem Standard sind. Vorgemerkt zur Operation im Frühjahr 2011 sind jetzt schon 70 Kinder, für 20 Kinder sind wiederum spezifische Medikamente mitzunehmen. Auch diesmal blieb Dr. Walter Ullner nach dieser Einsatzwoche solange in Asmara zurück, bis auch das letzte Kind aus der stationären Pflege entlassen werden konnte. Drei Kinder mit höchst komplizierten Steinerkrankungen, bei denen eine Operation vor Ort nicht möglich war, flogen mit ihm nach Linz zur Operation. Trotz des Stresses war es wie immer eine schöne, beglückende und zufriedenstellende Woche. Team:Kinderurologie: Prim. Doz. Dr. Marcus Riccabona1, Doz. Dr. Josef Oswald3, Dr. Christoph Berger1 ;Narkose: OA Dr. Ludwig Neuer2, Prim. Dr. Johann Blasl4; Assistenzen: Dr. Lisa Wagenhuber1, Dr. Matthias Ullner1, OMR Dr. Walter Ullner Schwestern: DKKS Sandra Eibensteiner1, DKKS Claudia Ehgartner1, DKKS Annemarie Laher1 , DGKS Ulrike Amon2 ; Brigitte Ullner; Kinderradiologe: Prof. Dr. Michael Riccabona5 Ultraschalltechnik: Ing. Helmut Brandl6 1 KH Barmherzige Schwestern Linz 2 AKH Linz 3 Universitätsklinik Innsbruck 4 KH Barmherzige Schwestern Wien 5 GE Healthcare Bericht über die 10. Einsatzwoche vom 22. - 29. MärzTEAM:Kinderurologie: Prim. Doz. Dr. Marcus Riccabona1, OA Dr. Mark Koen1; Prof. Guy de Bogaert4Narkose: OA Dr. Ludwig Neuner2, OA Dr. Franz Hornath3 Assistenzen und Logistik: Dr. Matthias Ullner1, OMR Dr. Walter Ullner Schwestern: DKKS Sandra Eibensteiner1, DKKS Astrid Siegmund2; Brigitte Ullner Kinderorthopädie: OA Dr. Christian Patsch1 1 KH Barmherzige Schwestern 2 AKH Linz 3Landesfrauen- u Kinderklinik Linz 4Kliniekhoofd Kinderurologie, Universitätsklinik Leuven, Belgien Flug am 22. März mit Lufthansa (und Dank des Entgegenkommens des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa, dem Österreicher Dr. Wolfgang Mayrhuber, auch eine problemlose Mitnahme von Übergepäck) von Linz über Frankfurt nach Jeddah (Saudi Arabien) und von dort nach Asmara. Abflug in Linz um 6 Uhr, Ankunft in Asmara um 24 Uhr. Der Abflug aus Frankfurt verzögerte sich um eine Stunde, da ein bereits ins Flugzeug eingestiegener Fluggast das Bewusstsein verloren hatte und unser Ärzteteam den mehr als 100 kg schweren, zwischen den Sitzreihen eingeklemmten Passagier therapieren musste, glücklicherweise erfolgreich. Am nächsten Tag ein freudiges Wiedersehen mit unseren einheimischen Mitarbeitern im „IOCCA“ – im Internationalen Operation Center for Children in Asmara-, und nach einer herzlichen Begrüßung stellten wir fest, dass uns bereits fast einhundert Familien mit ihren Kindern zur Untersuchung erwarteten. Das große Problem der Kinderurologen und Narkoseärzte ist, in kurzer Zeit klinisch und nur mit wenigen diagnostischen Hilfsmitteln zu entscheiden: „Muss das Kind im Rahmen des diesmaligen Aufenthaltes operiert werden, können wir zuwarten oder muss es doch aufgrund der Schwere der Erkrankung mit nach Linz kommen?“ - Entscheidungen, die schnell und oft an der Belastungsgrenze getroffen werden. Die anderen Teammitglieder richten den OP-Bereich und die Krankenstation ein, sodass in den kommenden fünf Tagen ein volles Operationsprogramm auf höchstem medizinischem Niveau abgearbeitet werden kann. Da der Container mit unseren Hilfsgütern, abgeschickt aus Österreich im November per Schiff, glücklicherweise schon vor Ort war (denn: „Was Du nicht mit hast, hast Du nicht und ist auch nicht besorgbar“), gab es materialmäßig keine Probleme und auch all die mitgebrachten Care Pakete konnten im Laufe der Woche ihrer vorgesehen Bestimmung zugeführt werden. Mit uns war diesmal OA Dr. C. Patsch von der orthopädischen Abteilung des KH der Barmherzigen Schwestern; seine Aufgabe war es, bei den Kindern, welche in Linz zur Operation einer Blasenexstrophie waren, die Nägel aus den Beckenknochen zu entfernen (diese Kinder haben ja nicht nur eine über die Bauchwand hinaus offene Blase, sondern auch eine Fehlstellung des Beckens in der Form, dass es vorne geöffnet ist, das heißt, die Schambeinfuge, welche üblicherweise einen halben Zentimeter Distanz hat, ist hier bis zu 10 und mehr Zentimeter weit; dadurch sind die Hüften nach hinten verdreht – der Grund, warum diese Kinder nicht gehen können. Beim Teil 1 der Operation führt nun der Orthopäde eine Beckenumstellung durch und zur Fixation der Beckenknochen werden Vernagelungen durchgeführt und diese sind dann nach 1-2 Jahren zu entfernen). Prof. Bogaert, ein international erfahrener Kinderurologe aus Belgien, ergänzte im operativen Bereich das Team, so dass in dieser Woche 51 Kinder urologisch operiert werden konnten und bei 4 Kindern wurden die Nägel entfernt. Entsprechend aufwändig war auch die Nachbetreuung, sodass Dr. W. Ullner bis zum 9. April in Asmara blieb. Vorgemerkt für den Herbst zur Operation sind jetzt schon 53 Kinder, sodass wir im Oktober mit 65 bis 70 Kindern zu operierenden Kindern rechnen. Entsprechend wird auch das Team vergrößert werden, und entsprechend aufwändig waren auch die Vorbereitungen für diesen 11. Einsatz - 7 Paletten mit Hilfsgütern sind bereits auf dem Seeweg nach Asmara. Schön und sehr befriedigend waren die Kontrollen der in Linz operierten Kinder und das Wiedersehen mit diesen Kindern löst immer wieder große Freude auf beiden Seiten aus. Groß „eingeschlagen“ hat das mitgenommene Blutanalysegerät Reflotron; war es doch bisher so, dass die im Labor vor Ort erhobenen Blutbefunde nicht immer plausibel waren (und aufgrund eines Gerätedefekts war es diesmal auch nicht möglich, einen urologisch äußerst wichtigen Blutbefund zu erhalten). Aufgrund des großzügigen Entgegenkommens der Fa. Roche erhielten wir ein Top-Gerät und sind nun in der Lage, alle urologisch wichtigen Blutbefunde der Kinder selbst zu erstellen. Ein wesentliches Ziel unserer Tätigkeit vor Ort ist die Nachhaltigkeit - Nachhaltigkeit sowohl in der Fortbildung der einheimischen Mitarbeiter als auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung der operierten Kinder. So wollen wir neben der medizinischen „Routinearbeit“ auch diesem Aspekt Rechnung tragen. Das bedeutet für unsere Anästhesisten individuelle Schulung nicht nur der Mitarbeiter im IOCCA, sondern auch von Medizinstudenten und „nurse anesthetists“, abgestuft nach Ausbildungsstand. Dr. Solomun, ein junger einheimischer Arzt in Ausbildung zum Kinderchirurgen, assistierte in dieser Woche bei kinderurologischen Eingriffen und unter Anleitung von Dr. Riccabona führte er einfachere Operationen selbst durch. Am Freitag wurde eine Vorlesung in Kinderurologie und Kindernarkosetechnik für einheimisches medizinisches Personal durch Dr. Riccabona und Dr. Neuner gehalten. Verbessert wurde auch die Betreuung der operierten Kinder. Einen „Stationsbetrieb“, wie er in europäischen Krankenhäusern Standard ist, gibt es nicht. Das heißt: Die Eltern müssen die Kinder pflegen, verbinden, waschen, für deren Ernährung sorgen und auch die Bettwäsche zur Verfügung stellen. Zur Unterstützung übergeben wir seit Beginn unserer Arbeit in Eritrea den Eltern in Paketen die notwendigen altersentsprechenden Utensilien (angefangen von Hygieneartikel bis über Kleidung und Pyjamas zu Spielsachen, Schreib- und Malunterlagen). Wesentlich für den Pflegeerfolg ist auch unsere schriftliche Anleitung für die Eltern, gehalten in englisch und in der Hauptlandessprache Tigrynia, dazu reichlich Fotos zur Illustration. Zwei Kinder kamen im Mai nach Linz zur Operation, für Juli sind aus dieser Projektwoche weitere drei Kinder für Linz vorgemerkt (alles Kinder mit höchst komplizierten Steinerkrankungen). Die an Steinen leidenden Kinder scheinen überhand zu nehmen, sodass wir derzeit gemeinsam mit Prof. Dr. Josef Oswald, Kinderurologe an der Universitätsklinik Innsbruck, die Anschaffung eines entsprechenden endoskopischen bzw. extrakorporalen Steinequipments planen. Trotz aller Belastungen war es eine beglückende, zufriedenmachende und unvergessliche Woche. Bilanz des 10. Einsatzes: Neue Kinder: 120 Zahl der begutachteten Kinder: 177 Operationen: 56 Kinder für Linz vorgemerkt: 5 |
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